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unilogo Universität Stuttgart
Institut für Bioverfahrenstechnik

Biokatalyse und Enzymtechnologie

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Mit Hilfe von Mikroorganismen oder Enzymen ist es möglich regio- und stereoselektive chemische Umwandlungsreaktionen durchzuführen. Der Einsatz solcher Biotransformationen findet in der chemischen Industrie Interesse, vor allem bei der Herstellung von pharmazeutisch bedeutsamen Verbindungen oder chiralen Synthesebausteinen, die auf chemischem Wege nur schwer oder nicht zugänglich sind. Im Arbeitsbereich Biokatalyse und Enzymtechnologie des IBVT wird eine Reihe von unterschiedlichen Reaktionssystemen bearbeitet, wobei die Teilschritte der Verfahrensentwicklung in Kooperation mit anderen Arbeitsgruppen im Zentrum für Bioverfahrenstechnik bearbeitet werden:
Vom Molekül zur technischen Anlage: Simultanes Engineering
  • Screening (Bereitstellung eines geeigneten biologischen Katalysators nebst Einsatz von Methoden des evolutiven und rationalen Designs des Biokatalysators).
  • Produktion von Enzymen (rekombinante Organismen) in Hochzelldichtefermentationen in Bioreaktoren unterschiedlicher Volumina nebst Produktaufarbeitung.
  • Charakterisierung der Enzyme in suspendierter und immobilisierter Form. 
  • Reaktionskinetik und mathematische Modellierung der Prozesse. 
  • Einsatz einer hinsichtlich Mess- und Regelungstechnik voll instrumentierten Miniplant zur Überprüfung der Modelle, Untersuchungen von Rückführungsproblemen und Bereit­stellung von Daten für die Planung von Produktionsanlagen.
Hochzelldichtefermentationen rekombinanter Enzyme: Maximale Produktivitäten bei kontrollierter Prozeßführung Exemplarisch für diese vielfältigen Aktivitäten ist die Produktion eines rekombinanten Enzyms mit Hilfe des Bakteriums Escherichia coli  in einer 30l Bioengineering-Anlage. In einem so genannten Hochzelldichteverfahren (Zugabe von Glucose bei einer Fed-Batch-Prozessführung) werden die Bakterien bis zu Konzentrationen von 150g Trockensubstanz/ I gezüchtet. An den Reaktor sind neben der üblichen Mess- und Regelungstechnik ein robotergekoppeltes Probeentnahmesystem, eine vollautomatische Glucoseanalyse sowie ein Fluoreszenzsensor gekoppelt. Mit Hilfe dieses Sensors ist es möglich, das produzierte rekombinante Protein kontinuierlich online zu ver­folgen. Zu diesem Zweck wird das Gen des zu produzierenden technischen Enzyms (zum Beispiel Hydantoinase oder Dehalogenase) mit dem Gen eines fluoreszierenden Proteins (GFP: green fluorescensing protein) fusioniert. Dieses Beispiel zeigt, wie moderne Methoden der Gentechnik auf der molekularen Ebene beitragen, Probleme der Prozessüberwachung mit Blick auf verbesserte Prozessführungen auf der makroskopischen Ebene zu lösen.